22.10.2017

Harzer Falken verlieren den Doppelvergleich mit Tilburg

Erwartungsgemäß wenig gab es für die Harzer Falken an diesem Wochenende in den beiden Spielen gegen die Tilburg Trappers zu holen. Der deutlichen 7:1 (3:0; 3:1; 1:0)-Niederlage in Tilburg folgte ein 1:4 (0:2; 1:0; 0:2) im heimischen Wurmbergstadion, bei dem man sich deutlich besser präsentierte und phasenweise nicht ganz chancenlos sein sollte.


Der Kapitän geht voran: Erik Pipp zeigt bislang konstant starke Leistungen (Foto: nordstadtlicht.com)

Starker Abwehrverbund: Thomas Schmid, Trevor Hendrikx und Goalie Leon Hungerecker (Foto: nordstadtlicht.com)

Sicherer Rückhalt: Leon Hungerecker zeigt einmal mehr eine starke Leistung (Foto: nordstadtlicht.com)

So sah es auch Gästetrainer Bo Subr, der sich in den beiden Partien zwei ganz unterschiedlichen Harzer Falken gegenüber sah. Denn konnten die Falken in Tilburg kaum zwingende Chancen herausspielen und insgesamt eigentlich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck erwecken, man könne dem amtierenden Oberligameister gefährlich werden, spielten die Falken zwei Tage später vor 471 Zuschauern druckvoll und mit vollem Körpereinsatz. Und auch den schnellen Gegentreffer in der 2. Spielminute steckte man gut weg. Der an diesem Abend ganz starke Leon Hungerecker im Harzer Kasten hatte zunächst gut pariert, doch bei dem Nachschuss von Reno de Hondt hatte er keine Chance. Was folgte war ein sehr souveränes und abgeklärtes Spiel der Gäste, welches aber immer wieder gut durch die Falken verteidigt wurde, die sich selber durch Patrik Franz von der blauen Linie und vor allem Christian Schock, der freistehend vor dem Gästetor knapp daneben zielte, gute Chancen erarbeiteten. So wähnte man sich mit einem nur knappen Rückstand in der Drittelpause, doch 8 Sekunden vor Schluss nutzte Kevin Bruijsten seine Chance und ehöhte auf 0:2. Ein Tor, das für Unmut auf den Rängen sorgte. Einige sahen den Puck vor dem Zuspiel außerhalb des Drittels und somit ein Abseits. Für andere war der Schläger des Torschützen zu hoch. Doch Schiedsrichter Florian Feuerbach gab den Treffer und die anschließende Videoanalyse bewies, dass er damit goldrichtig lag und seine insgesamt gute Leistung mit dieser Entscheidung unterstreichen konnte. Eine gute Leistung, die auch seine Linienrichter Dominic Six und Alexander Zislin erneut in abgeklärten und konsequenten Entscheidungen zeigten.

Im zweiten Drittel spielt in den ersten vier Minuten eigentlich nur die Gäste. Über das gesamte Spiel hinweg war es zeitweise eine Lehrstunde, wie man mit schnellen und direkten Pässen das Spielfeld überbrückt und seinen Gegner unter Druck setzt. Doch dann in der 24. Minute wurden die Falken durch eine Strafzeit der Gäste mehr oder weniger wiederbelebt. Denn das Powerplay der Harzer sah insgesamt recht ordentlich aus, vor allem wenn Trevor Hendrikx die blaue Linie des Gegners besetzte. Hendrikx spielte zwar an diesem Abend unauffälliger als noch in seinem ersten Spiel gegen Essen, doch nicht nur sein Nebenmann Thomas Schmid scheint von dem routinierten Verteidiger immens zu profitieren. Auch Kapitän Erik Pipp geht noch mehr vorbildlich voran, sucht immer wieder Hendrikx an der blauen Linie und wird von eben diesem mit starken Aufbaupässen in Szene gesetzt. Wie vor allem in der 29. Minute, als Hendrikx Pipp mit einem feinem Aufbauspiel auf die Reise schickte und dieser seinen Alleingang zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer abschloss. Ein Treffer, der nochmal ganz neue Kräfte freisetzte und den auch Gästetrainer Subr in der anschließenden Pressekonferenz als ein Momentum ansah, der den Spielverlauf nochmal hätte ändern können. Doch die guten Chancen von Trevor Hendrikx mit fulminanten Bluelinern und Nick Pitsikoulis, der stark von Erik Pipp angespielt wurde, blieben ungenutzt.

Und so verlagerte man die Aufholjagd in das Schlussdrittel. Die Harzer Falken immer weiter sichtlich bemüht sahen sich an diesem Abend aber einem sehr souveränen Gegner gegenüber, der wusste das Spiel an sich zu nehmen, Tempo rauszunehmen und sicher den Puck durch die eigenen Reihen laufen zu lassen, ohne dass dabei große Torszenen entstanden. Und wenn, dann stand im Harzer Tor ein Leon Hungerecker, der einiges an Tilburger Möglichkeiten vereitelte. Bis zur 32. Minute, als sich die Ereignisse des ersten Gästetreffers wiederholen sollten. Hungerecker parierte und erneut schaltet de Hondt am schnellsten und nutzt den Abpraller zum spielentscheidenden 1:3. Und auch hier muss man anschließend resümieren, dass Schiedsrichter Feuerbach richtig lag. Denn der Puck landete nicht wie von vielen vermutet an der Latte, sondern am hinteren Quergestänge und somit im Tor. Zwar gab es in der 57. Minute nochmal eine Großchance, als Erik Pipp eine tolle Kombination über Richard Zerbst und Thomas Schmid nicht vollenden konnte. Aber 53 Sekunden vor Schluss machte Mickey Bastings mit dem 1:4 alles klar. Ein Treffer, der angesichts des Spielverlaufes vielleicht zuviel des Guten war, doch insgesamt stellte Tilburg an diesem Abend den verdienten Sieger.

Und außerdem hatte man noch die Niederlage in der vergangenen Saison im Kopf, wie Trainer Bo Subr zugab, in dem Tilburg deutlich besser am Ende noch eine 2:1-Niederlage hinnehmen musste. Alles in allem zollte Interims-Trainer Wohlmann seinen Jungs entsprechend hohen Respekt. Denn Kampf, Einsatz und der Wille prägte das Harzer Spiel, konnte aber letztendlich gegen das Profiteam aus den Niederlande nicht entscheidend dazu beitragen, aus diesem Spiel Punkte mitzunehmen. Doch Bernd Wohlmann zeigte sich angesichts der gezeigten Leistung durchaus optimistisch und sieht den Lohn der harten Arbeit schon in fünf Tagen mit dem ersten Sieg belohnt. Eine Ansage, die nicht grundlos von Selbstbewusstsein zeugt. Denn dann steht man gegen den direkten Konkurrenten aus Timmendorf auf dem Eis, die zwar bislang respektable Ergebnisse erzielen konnten, am Sonntagabend jedoch in Leipzig mit einem 9:1 regelrecht deklassiert wurden. Zudem weiß man im Team der Falken um die Wichtigkeit dieses Spieles. Denn ohne Punkte aus diesem Spiel würde es ungleich schwerer, die rote Laterne des Tabellenletzten bald abgeben zu können. Und so verschwendet auch niemand einen Gedanken ein ein derartiges Szenario. (Hei)