26.10.2017

Harzer Falken vor richtungsweisenden Partien

Drei Spiele in fünf Tagen müssen die Harzer Falken absolvieren und hinterher wird man im Harz schlauer sein, wo die Falken stehen und ob sich diese Saison noch zum Guten richten lässt. Denn neben dem Auswärtsspiel am Sonntag bei den Hannover Indians (15:30 Uhr), bei dem man sicherlich den Status des Aussenseiters inne hat, werden die Heimspiele am Freitag um 20:00 Uhr gegen den EHC Timmendorfer Strand 06 und am Dienstag um 18:00 Uhr gegen den ECC Preussen Berlin Aufeinandertreffen werden, in denen man zum Punkten verdammt ist, will man den Tabellenkeller möglichst schnell verlassen.


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Foto als Sinnbild der Harzer Wünsche: So soll auch nach den Spielen gejubelt werden

Entsprechend wichtig wird es sein, souverän und mit einem Sieg gegen Timmendorf in den Spielmarathon zu starten, um den Druck nicht gleich zu Beginn noch größer werden zu lassen. Doch die Timmendorfer sind alles andere als bequeme und leicht zu bespielende Gäste. Mit einem Auftaktsieg (2:4) in Erfurt und einer ganz knappen 2:3-Niederlage gegen Halle ließ das Team von der Ostseeküste gleich zu Beginn der Saison aufhorchen. Zwar ließ man anschließend mit Niederlagen gegen die hohen Favoriten aus Duisburg, Hannover (Indians), Tilburg und zuletzt Leipzig mit 8:39 Toren deutlich Federn, doch zwischenzeitlich beendete man den Leipziger Höhenflug mit einem 4:3-Sieg nach Overtime im heimischen Stadion. Eine Serie die zeigt, dass man Timmendorf nur schwer ausrechnen kann und vor allem darauf bedacht sein muss Patrick Saggau, Cedric Montminy und Daniel Clairmont in den Griff zu bekommen, die neben Verteidiger Petr Gulda und Vorlagenkönig Philipp Maier (9 Torvorlagen) für die Tore sorgen.

Ganz anders dürfte da die Ausgangssituation gegen die Hannover Indians sein, die am Sonntag bereits um 15:30 Uhr zum Spiel und davor zum Familientag mit diversen Attraktionen laden. Für das Falkenteam dürfte allerdings lediglich die Devise gelten, eine ganze andere Attraktion zu vermeiden. Denn die Sturmreihe um Tobias Schwab, Branislav Pohanka und Igor Bacek zeichnet für die Hälfte der geschossenen Hannoveraner Tore verantwortlich. Und vor allem der ehemalige Harzer Tobias Schwab scheint bei den Indians nunmehr die kongenialen Partner an seiner Seite gefunden zu haben, die ihn mit 7 Treffern einen oberen Platz in der ligenweiten Torschützenliste eingebracht haben. Einen Vorgeschmack auf das sehr systemtreue und mannschaftlich geschlossene Team der Indians durften die Falken bereits in der Vorbereitung bekommen, als man den Doppelvergleich mit 6:1 und 6:3 verlor und die Hannoveraner zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährden konnte.

Nun verlor man den Doppeltest in der Vorbereitung auch gegen die Preussen aus Berlin, doch vor der Saison noch als Geheimtipp gehandelt, landeten auch die Hauptstädter relativ schnell auf dem harten Boden der Realität. Zwar konnte man die Vorschusslorbeeren zwischendurch mit einem 4:2-Sieg gegen die Hannover Indians bestätigen, doch insgesamt haben die Preussen nur diese drei Punkte, bei einem weiteren Punkt aus einer Overtime-Niederlage gegen Erfurt, Vorsprung auf die Harzer Falken. Nun musste man nach der Vorbereitung befürchten, dass sich die Preussen ihr durchaus vorhandenes Potenzial durch ihre überharte Spielweise kaputt machen könnten. Doch mittlerweile haben sich die Jungs um Jakub Rumpel, Can Matthäs und Josh Rabbani auf ihr spielerisches Können besonnen und führten zwischenzeitlich sogar die Fairplay-Tabelle an.

Zahlenspiele und Faktensammlungen, die den Harzer Falken aber vollkommen egal sein müssen. Denn in allen drei Spielen hat man mehr oder weniger Chancen einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Gegen Hannover geht es sicherlich vor allem darum, es den Indians möglichst schwer zu machen Punkte zu sammeln. Doch gegen die direkten Konkurrenten aus Timmendorf und Berlin sind die sechs zu vergenden Punkte schon eine Pflichtvorgabe für das Habenkonto der Falken. Nicht mehr zur Verfügung stehen wird bei den anstehenden Aufgaben Noah Nijenhuis, der sich zu höherem berufen fühlt und die Verantwortlichen unter der Woche um Auflösung seines Vertrages gebeten hat. „Wenn einer weg will und sich als junger Spieler auch nicht von den Vorzügen von viel Eiszeit überzeugen lässt macht es keinen Sinn auf bestehende Verträge zu pochen.“ so Sportchef Bernd Wohlmann, der den Weggang aus sportlicher Sicht bedauert, aber angesichts der anstehenden wichtigen Spiele natürlich vor allem von diesem Schritt enttäuscht ist. Zumal sich an anderen Fronten einiges tut. Denn schon kurzfristig will man sich zwischen zwei Trainerkandidaten entschieden haben und auch in der Offensive gibt es sehr positive Gespräche mit zwei Stürmern, die durchaus das Zeug haben, den grundsätzlich guten Kader mit ihren Qualitäten entscheidend zu bereichern. (Hei)